ulrich

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entwurfsstudie coworking tower // große ulrichstraße 39 // halle saale

architektur orca. planungsstudio tobias & frank kuhn

lage // als verbindung zwischen dem marktplatz und der nördlichen innenstadt steht die große ulrichstraße als sinnbild für städtisches leben in halle. begründet in ihrem vielfältigen facettenreichtum, als kaufhausstraße, bildungs- und kultursprungbrett sowie urbanem wohnplatz, ist sie eine der geschäftigsten und gewiss identifikationsträchtigsten straßen unserer stadt. an ihrem nördlichen ende, neben dem eckhaus zum kaulenberg, befindet sich eine schmale lücke im städtebild. dieser freie raum bildet die grundlage des vorliegenden entwurfes.

städtebau // die städtebauliche aufgabe besteht in der eingliederung der lediglich sieben meter schmalen lückenbebauung zwischen die hoch aufragende linke ansichtsfassade mit ihrem unmittelbar anschließenden gaubenvorsprung und dem vertikalen versatz zum rechten eckhaus hin. die richtung norden zum moritzburgring ansteigende straße und die mit ihr wachsenden gebäude geben dabei ein auftreppendes höhenprofil vor. städtebaulich von interesse ist zudem die schmale lückenbebauung nicht zwischen den beiden bestandsgebäuden zum lückenbüßer zu machen, sondern ein zeitgenössisches individuum zu erzeugen, das sich ins städtebauliche ensemble einfügt. begründet auf diesen voraussetzungen und der architektonischen chance einer so kleinen gebäudelücke, erstellen wir einen entwurf, der sich zum einen selbstbewusst zum linken nachbarhaus positioniert, zum anderen jedoch die optische verbindung zum rechten nachbarhaus herstellt. orientiert an der oberkante der linken gaube, haben wir dabei eine fiktive linie zur rechten traufe gezogen und unseren entwurf höhentechnisch und geometrisch an diese herangeführt. das gebäude nimmt damit die rechte traufhöhe auf und bildet einen gegenpol zum linken gaubenvorsprung. im vergleich zum voluminöser er- scheinenden und deutlich höheren erstentwurf fügt sich der baukörper jetzt harmonischer ins städtebild, ohne dabei von den nachbarhäusern „erdrückt“ zu werden. auch das erdgeschoss haben wir im vergleich zum vorherigen entwurf ange- passt, indem wir die höhe an die nachbargebäude angeglichen haben. in verbindung mit einer spannungsreichen fassadenarchitektur, durch die das grün in die straße zurückkommt, wird ein modern-urbaner zeitgeist erzeugt und in den städtebaucha-rakter der großen ulrichstraße transportiert. hofseitig wird die pflanzung von 2 bäumen sowie einem umgebenden grünstreifen zur begrünung des innenhofes angestrebt. der hintere anbau „lehnt“ sich an den bereits vor- handenen nachbarbau an und trägt durch die erweiterung von wohnraum zur innerstädtischen verdichtung bei. die geplante dachbegrünung untermalt den insgesamt grünen ansatz des hauses und wirkt sich positiv auf die freiraumgestaltung aus. 

>> Junge Erwachsene, die in der Stadt wohnen bzw. arbeiten, besitzen immer seltener ein eigenes Auto. In einer Stadt wie Halle, in der alles einfach und schnell mit dem Fahrrad zu erreichen ist, versuchen wir uns konzeptionell neu aufzustellen und die direkte Ladenzeile bzw. die stigmatisiert und verbaut wirkende Stellplatzebene im Erdgeschoss zukunftsorientiert in Frage zu stellen. So versuchen wir ein interaktives und flexibles Erdgeschoss zu entwickeln, das den Menschen mit seiner Umwelt interagieren lässt, ihn in Zukunft unverbindliche Mobilität zur Verfügung stellt und so den städtischen Kontext erweitert. Ein großer Fahrradstellplatzbereich fördert den ökologischen Mobilitätsgedanken und zwei Smart-Electric-Stellplätze minimieren den Platzbedarf für Personenkraftwagen und behalten Carsharing-Modelle im Blick. << 

Grüne Fassade

Neben dem gestaltästhetischen und sinnlich wahrnehmbaren Reiz einer grünen Fassade, möchten wir selbstverständlich auch den ökologischen Gedanken dahinter vertreten. Dieser begründet sich in der Verbesserung des Mikroklimas durch das Binden von Kohlendioxid und die Bildung von Sauerstoff. Zudem erhöht die Verdunstung von Wasser die Luftfeuchtigkeit; Staubteilchen werden absorbiert und die Luftbelastung verringert. Die Fassadenbegrünung trägt weiterhin zu einem sommerlichen Wärmeschutz bei, absorbiert Schallwellen und erzeugt einen Lebensraum für Insekten und Vögel. 

Material & Farbe // Die Materialsprache des Gebäudes konzentriert sich auf ein Zusammenspiel aus Sichtbeton, Glas und Aluminium, ergänzt durch die Planung eines bewachsenen Fassadenstreifens in der Ansichtsfassade. Kontrast zum Grau der Sichtbetonfassade wird durch ein gezieltes Schwarzfärben von Fassadenbereichen erzeugt.

Aufbau // Der Entwurf gliedert sich in einen viergeschossigen Hauptbau + Dachterrasse. Im Hinterhof ist ein 2-geschossiger Anbau geplant. Beide Bauten werden über einen Erschließungstrakt miteinander verbunden bzw. erschlossen. Dieser ist offen geplant und an die tiefe Giebelseite des rechten Nachbarn angebunden. Das Haupthaus und der Anbau werden als Grenzbebauung geplant. Der Erschließungstrakt staffelt sich nach oben entsprechend der entstehenden Abstandsflächen zum linken Nachbarn.

coworking tower

Wird Arbeit in Zukunft zur Projektarbeit?! Sicher!
Wie lange gibt es dann noch die lebenslange Festanstellung?! Nicht mehr lange! Und wie lange bleibt man dann bei einem Unternehmen?! Immer kürzer! 

concept // „me and my laptop“ und das was in meinem kopf steckt, sind mein kapital und mehr brauche ich nicht! auf grundlage des zunehmenden interesses des „micro entrepeneurs“ und des attraktivitätsverlustes der 9to5-job-festanstellung richtet sich die vorgestellte konzeptstudie an startups, freelancer, digitale nomaden und kreative, die ihre berufliche freiheit schätzen, aber denen zuhause im „home-office“ die decke auf den kopf fällt; freiberufler, die aus monotonen arbeitsroutinen ausbrechen wollen, denen die suche nach spaß und sinn mehr wert ist, als status und geld aus der eigenen arbeit – egal, ob sie dabei lediglich netzwerken möchten, sich von ihren nachbarn inspirieren lassen wollen oder sogar mit ihrem gegenüber ein projekt starten möchten. der vorliegende entwurf stellt eine art bürogemeinschaftstower dar, in dem wir die arbeitsplätze und infrastruktur (netzwerk, drucker, scanner, beamer, besprechungsraum, coffeebar…) zur verfügung stellen, sodass coworker 24/7 einen zeitlich flexiblen arbeitsplatz in einem offenen, gestalteten büro anmieten und die vorteile des flexiblen arbeitens nutzen können. 

 

aufbau // über einen zugang im erdgeschoss erreicht man den unteren großen coworking-bereich, der platz für 6-8 leute bietet. an eigenen arbeitsplätzen, einem gemeinschaftsdesk oder einer kleinen research-area kann flexibel gearbeitet werden. über ein glasdeck nach hinten erreicht man den für jedermann nutzbaren, abschließbaren besprechungsraum sowie 2 kleine single-quiet-räume, für das ruhige arbeiten. über eine treppe nach unten gelangt man wieder zurück ins erdgeschoss, wo sich ein toilettentrakt, eine gemeinschaftsküche sowie eine free-mind-area befindet, in der auf einer couch zusammen ausgespannt oder das nächste projekt besprochen werden kann. zurück im vorderen gebäude gelangt man über einen außenliegenden offenen laubengang in die geschosse zwei und drei. auch hier befinden sich coworking-bereiche, die analog zum 1. obergeschoss funktionieren. größer werdende startups finden hier beispielsweise die möglichkeit eine eigene etage anzumieten, um sich im eigenen büro mehr fokussieren zu können. noch eine etage weiter oben befindet sich das rooftop des hauses mit coffee von 9 to 6 und bar von 6 to 12. selbstverständlich können alle coworker jeden bereich des hauses frei nutzen. zwei smart-electric-parkplätze sowie zahlreiche fahrradstellplätze im erdgeschoss und die naheliegende straßenbahnhaltestelle sorgen für eine flexible anbindung.

Grundrisse